Rommel Sportster: Betriebsanleitung
Nachfolgend finden Sie eine ausführliche Beschreibung zu unserer Argo. Bei einem Segelschiff gibt es sehr viel mehr zu beachten als bei einem Motorboot. Deswegen soll die Anleitung nur wenige wichtige Anhaltspunkte geben, um sich eine gute Übersicht zu verschaffen. Wir werden Sie jedenfalls, wenn Sie kommen, ausführlich in das Boot einführen und eine Einführungsrunde mit Mastlegen machen. Bei Übergabe händigen wir Ihnen eine Bootstasche aus, in der Sie die wichtigsten Unterlagen über das Schiff finden. Bitte lassen Sie die Unterlagen in der Bootstasche und geben Sie die Tasche bitte wieder komplett zurück.

Bootstasche

  1. 1 Schlüssel (Korkball mit Lukschlüssel), 1 Außenborderreißleine rot
  2. Bootschein / Bootzeugnis
  3. Boots- bzw. Betriebsanleitungen (Außenborder, Radio, Fischfinder usw.)
  4. Div. Wasserkarten

Erste Inbetriebnahme des Bootes

  1. Öffnen des Lukschlosses mit Korkballschlüssel, Verstauen des Luks zusammen mit dem kleinen Steckschott neben der Toilette im Vorschiffsbereich links.
  2. Das Schiff hat insgesamt weitere 3 Luken (Vorschiff, Hundekoje, Backkiste), die vielleicht kurz zur Belüftung geöffnet werden sollten.
  3. Einschalten der E-Anlage am Batteriehauptschalter in der Hundekoje (Steuerbord). Batterieumschalter in Stellung 1 (Solarbatterie 105 A) bringen. Danach zeigt das Voltmeter ca. 12- 13,5 Volt an. Dann die Außenborderreißleine am Aussenborder anbringen und die Sperrgabel fest in den Notstoppschalter einschieben. Damit ist die elektrische Spannung in gesamten Boot eingeschaltet und der Aussenborder elektrisch entsichert. Die Instrumente des Bootes (Logge/Lot) können dann am Schaltpanel eingeschaltet werden.
  4. Anschluss und Kontrolle der Tanks: Das Boot hat einen Transporttanks 13l Inhalt und verschiedene Resevekanister. Die Tanks dürfen aus Sicherheitsgründen nicht an Bord, sondern nur außerhalb (z.B. an Land) betankt werden. Wenn Sie das Boot übernehmen, sind die Tanks voll und der 13l Transporttank ist ordnungsgemäß angeschlossen. Bevor Sie den Aussenbordmotor starten muss das Benzin mit dem Ball in der Treibstoffleitung kurz angepumpt werden (max. 2 -3 kurze Pressungen). Vorher muss der Tank belüftet werden, d.h. die Luftschraube bzw. Tankdeckel ¼ Umdrehung öffnen. Achtung: Die Tankleitung ist sowohl am Motor wie am Tank mit einem Schnappverschluß befestigt. Wenn man zu stark an der Leitung zieht, kann es sein, dass die Leitung "Luft" zieht und der Motor stottert, ausgeht oder überhaupt nicht anspringt. In diesem Fall überprüfen, ob der Schnappverschluss an Tank und Motor noch dicht aufsitzt und ggf. erneut Treibstoff anpumpen.
  5. Das Großsegel ist angeschlagen und ist sicher verstaut im Maindrop-System. Die 3 Vorsegel (Sturmfock, kleine Fock, Kevlar-Genua) sind in der Backkiste, zusammen mit verschiedenen Festmachern, Fendern, Bootshaken usw.
  6. Das Schiff hat eine Mastlegevorrichtung (Jütt) im Vorschiffsbereich. Es sollten regelmäßig alle Beschläge und auch die Jütttalje auf Funktion und Sicherheit kontrolliert werden.

Kontrolle, Probeanlassen und Funktion des Motors

  1. Kontrolle ob Tank ordnungsgemäß angeschlossen, Motor herunterklappen und fixieren.
  2. Drehgashebel in Stellung 1/3 Gas, Chokeknopf nur bei tiefen Aussentemperaturen (!!! unter 5 ° C) ziehen, Schalthebel in Leerlaufstellung.
  3. Motor mit Reversierstarter anziehen. Wenn Motor angesprungen ist, Chokehebel nach ca. 10 bis max.20 Sekunden ganz einschieben.
  4. Zur Vorwärtsfahrt Schalthebel rechts am Aussenbordmotor in Fahrtrichtung nach vorn ziehen. Zur Rückwärtsfahrt Hebel nach hinten schieben.
  5. Zum Ausschalten des Motors roten Unterbrechungsknopf drücken.

Kontrollinstrumente / Betriebsschalter / Elektrische Anlage

Das Boot verfügt über folgende Kontrollinstrumente
  1. Echolot
  2. Logge
  3. Voltmeter
  4. Amperemeter
  5. Kompass
  6. Elektrisches Aussen-/Innentermometer

Im Innenbordkontrollpanel sind 6/1 Betriebsschalter angebracht (von oben nach unten):

  1. Positionsbeleuchtung (Seitenlichter: Rot/Grün, Dampfer- und Hecklicht)
  2. Seglerlaterne (Dreifarbenlicht)
  3. Salingbeleuchtungr
  4. Ankerlicht
  5. Innenbeleuchtung
  6. Instrumente
  7. Kühlschrank

Die Elektrische Anlage besteht aus...

  1. Zwei Bordbatterien (105 Ah / 55 Ah) mit Batterieumschalter (Hundekoje St.-B. hinten rechts)
  2. Landanschlusseinheit mit FI-Schalter, Ladegerät 220 V /50Hz Steckdose
  3. 12 V Sicherungseinheit mit Sicherungen für 5 getrennte Stromkreise
  4. Kompressorkühlschrank 40l
  5. verschiedene 12 V Steckdosen

Sicherheitsausrüstung und andere Details

  1. Schwimmweste für jede an Bord befindliche Person
  2. 1 Rettungsring mit Leine
  3. 1 Signalhorn /div. Signalfackeln
  4. 1 Ankerball
  5. 2 Notpaddel
  6. 1 Verbandskasten
  7. 1 Feuerlöscher
  8. Ingesamt 3 Anker mit Kettenvorlauf
  9. Eine Badeleitern (Heck)
  10. Im Bedarfsfall kann auch ein Handy zur Verfügung gestellt werden.

Leinen, Festmacher, Fender und Anker

Das Boot verfügt über diverse Leinen, Festmacher und Anker. Die Leinen befinden sich in der Backkiste. Vorn auf dem Vorschiff im Ankerkasten finden Sie 2 Anker, einen Kettenvorläufer und eine Ankerboje und 2 Ankerleinen. 1 weiterer Anker, Landhaken, Reservepropeller usw. finden Sie auch in der Backkiste. In den Berliner Gewässern sollten Sie den Anker immer mit einer Ankerboje markieren. Im Vortopp sollten Sie dann auch den Ankerball setzen bzw. in der Nacht müssen Sie das Ankerlicht zeigen. Das Boot hat 8 Fender, die Sie auch am Heckkorb zurren können.

Benzinverbrauch und Aktionsradius

Der Aussenbordmotor ist ein 5 PS Viertaktmotor und damit sehr sparsam. Der Benzinverbrauch ist wie beim allen Motoren drehzahlabhängig. Bei normaler Kanalfahrt (ca. 1.800 bis 2.000 UpMin) mit 9-12 Km/h verbraucht der Motor ca. 1 l pro Stunde. Bei entsprechend höheren Drehzahlen kann der Verbrauch auch bis ca. 1,5 l pro Stunde betragen. Der Aktionsradius hängt so von einer optimalen Fahrweise und Drehzahl ab. Bei normaler Kanalfahrt kann man mit einer Tankfüllung von 13 l etwa 10-13 Stunden fahren.

Allgemeine Eigenschaften des Bootes unter Aussenborder

Das Segelboot ist ein Kurzkieler mit Spatenruder und hat sehr gutmütigen Fahreigenschaften. Da das Ruder nicht angeblasen ist, braucht das Boot etwas Fahrt zum Steuern. Der Steuereffekt stellt sich aber bereits nach kurzem Schub des Aussenborders ein, d.h. bei geringster Fahrt. Wichtig ist, dass man auch mit dem Aussenborder in begrenztem Maße steuern kann. In engen Häfen kann man dies wunderbar nutzen. Die Sportster fährt rückwärts wie vorwärts. Sie muss dazu nur kurz in Fahrt gebracht werden. Ein Vorteil ist, dass das Ruder keinen Anschlag hat und um 360 Grad gedreht werden kann. So kann die Pinne auch nach hinten gedreht werden. Damit steuert es sich rückwärts genau so leicht wie in Vorwärtsfahrt.

Kocher

Das Boot verfügt über einen Gaskocher mit Zündsicherung. Entsprechende Kartuschen werden wir Ihnen mitgeben.

Kücheneinrichtung

Das Boot hat eine kleine Küchenzeile innenbords unter dem Eingang. Dort ist eine Kochmulde für den Gaskocher mit Abdeckung, darunter ist eine große Schublade und ein Schrankfach für Geschirr, Töpfe, Thermoskanne und andere Utensilien.

Kleiderschrank

Der Kleiderschrank befindet sich auf der Steuerbordseite, gegenüber der Toilette.

Stauraum

Das Schiffverfügt über reichlich Stauraum unter den 5 Kojen, weiter noch in der Vorpiek vorn im Schiff. Dort lassen sich auch die Schlafsäcke stauen.

Radio

Das Radio ist ein modernes VDO-Siemens Autoradio mit CD-Player und 4 Lautsprechern. Sie sollten in jedem Falle eine ausreichende Anzahl an CDs mitbringen. Zusätzlich verfügen wir über einen Weltempfänger mit Einseitenband, den Sie auf Wunsch auch gerne mitnehmen können.

Mastlegevorrichtung

Das Schiff hat eine stabile Mastlegevorrichtung (Jütt), mit der wir gerne und in Ruhe vertraut machen werden. Die Jütt ist eine stabile Rohrkonstruktion und schwenkt um solide Auflagerböcke im Vorschiffsbereich. Der Mastfuß ist seitlich abgefangen, verstärkt und schwenkt um eine 22 mm Welle. Die Jütt wird mit einer Talje vom Vorstagfußbeschlag aus bedient. Vom Kraftaufwand her kann der Mast durch eine Person gelegt und auch wieder gestellt werden. Das Mastlegen kann man in 5 verschiedene Schritte gliedern:
  1. Lösen des Baumes aus dem Lümmelbeschlag und Absenken des Baumes auf die Reeling (Backbord oder Steuerbord)
  2. Auffieren der Heckstagtalje
  3. Aufklaren und Sicherung der Jüttbaumtalje und Lösen der Jütt- und der Vorstagsicherung
  4. Legen des Mastes
  5. Sicherung des Mastes und Zurren von Fallen, Stagen und Schoten.
    Zum Stellen des Mastes wird in der umgekehrten Reihenfolge vorgegangen.
  6. Lösen der Mastsicherungen, Fallen, Stagen und Schoten. Kontrolle der Jütttalje.
  7. Stellen des Mastes
  8. Fixieren der Jütt und Sicherung des Vorstags
  9. Einhängen des Baumes in den Lümmelbeschlag und Trimmen des Maindropsystems
  10. urchsetzen der Heckstagtalje
Es ist nicht sinnvoll die einzelnen Schritte zu ausführlich zu beschreiben, weil Sie alle diese kleinen Teilschritte einmal sehen müssen. Aber, wenn Sie dies einmal gemacht haben, werden Sie staunen wie einfach die Handhabungen doch sind. Die bisherigen Mieter hatten jedenfalls keine größeren Probleme. Wenn Sie das Boot nur für einen Tag mieten, übergeben wir das Schiff meist am Großen Wannsee, so dass Sie mit dem Mastlegen keine Probleme haben. Im Logbuch der Ostseetour 2004 finden Sie sicherlich ein paar informative Bilder, die Ihnen das Argo mit gelegtem Mast vor der Schleuse in Oranienburg zeigt.
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Diese Seite wurde zuletzt am 21.03.2008 um 22:37 Uhr aktualisiert.
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